Sehen als Teil des Fotografierens (2)

Bei den verschiedenen Begegnungen in unserer Fotogruppe und dem Austausch über die verschiedenen Fotos hat sich immer wieder gezeigt, dass der eine oder die andere Dinge gesehen und fotografisch festgehalten hat, die überraschend waren, d.h. er/sie hat etwas erkannt, das nicht alle erkannt hätten oder haben. Das wurde besonders deutlich, als wir einmal gemeinsam zur Fotosafari unterwegs waren, in dem Fall an einem „lost place“.

Was bei der Gelegenheit auch deutlich wurde, war, dass man Zeit braucht, mitunter mehr, als ursprünglich gedacht. Es ist ein Unterschied, ob man ein Fußballspiel fotografisch dokumentieren möchte oder in der Landschaft unterwegs ist. Beim Fußballspiel kommt es auf Schnelligkeit an, um die „action“ im rechten Moment zu erwischen. In der Landschaft oder bei Stillleben und Porträts habe ich deutlich mehr Zeit. Bei der Tierfotografie gibt es allerdings auch Momente, wo man schnell sein muss.

Nichtsdestotrotz profitiert man, wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt, um die Bildgestaltung abzuwägen. Zudem spart man Zeit, wenn man der idealen Ablichtung gleich von vornherein möglichst nahekommt, so dass nicht so viel Mühe in die Nachbearbeitung gesteckt werden muss. Das Schärfen der Sinne braucht Übung und Gelegenheit. Darum: Möglichst die Kamera an viele Orte mitnehmen und fotografieren.

Zwei Beispiele für verschiedenes Sehen beim selben Objekt, die für sich sprechen:

Alter Ford am Straßenrand | Foto: Matthias Müller,
Olympus E3, 1/500 sek, f/5.6, ISO 125, Zuiko 14-542.8-3.5, 62mm (bei Vollformat)
Alter Ford am Straßenrand | Foto: Matthias Müller,
Olympus E3, 1/500 sek, f/5.6, ISO 125, Zuiko 14-542.8-3.5, 40mm (bei Vollformat)