Makrofotos – Hilfsmittel

Makrofotos sind beliebt, aber nicht jeder kann sich ein Makroobjektiv leisten. Manche Objektive haben als Zusatz eine Makrofunktion (siehe Foto). Welche weiteren Hilfsmittel könnte man auch für wenig Geld bekommen?

Es gibt Objektive, die haben „auch“ eine Makrofunktion, die im Ernstfall sehr nützlich sein kann.

Als ein weiteres Hilfsmittel zur Makrofotografie bieten sich Zwischenringe an. Es gibt sie in günstig (Nachbau) und teuer (original). Nachbauten können sehr nachlässig konstruiert sein, können aber auch gut und durchaus brauchbar sein. Wer sich so etwas kauft, sollte vorab klären, ob eine Rückgabe möglich ist. Denn wenn die Zwischenringe z.B. wackeln oder zu straff gehen, tut man sich keinen Gefallen. Im Zweifel würde ich eher zu Zwischenringen greifen, die auch die elektronischen Kontakte durchschleifen, denn man weiß nie…

Eine weitere Möglichkeit, mit vorhandenem Objektiv zu Makrofotos zu kommen, wäre der Umkehr- oder Retro-Adapter. Mit Hilfe dieses Adapters kann man das Objektiv verkehrtherum an seine Kamera ansetzen und kommt so zu extremen Makrofotos. Allerdings ist der Tiefenschärfebereich extrem gering. Ohne Stativ o.ä. geht da kaum etwas. Außerdem muss die Kamera eine Einstellmöglichkeit haben, bei der man ihr sagen kann, dass sie auslösen soll, obwohl „kein“ Objektiv angesetzt ist. Da sie den Retro-Adapter nicht erkennt, „denkt“ die Kamera, es wäre kein Objektiv angesetzt und würde – ohne die Menüeinstellung – normalerweise den Dienst versagen. Der Retro-Adapter muss logischerweise zum Filtergewinde-Durchmesser des Objektivs passen, das man verwenden will. Bei Bedarf kann man auch einen entsprechenden Zwischenring dazukaufen, um auf den richtigen Filtergewinde-Durchmesser zu kommen. Vorteil: Diese Adapter sind vergleichsweise günstig zu haben.

Kamera mit Objektiv, das per Retro-Adapter angeschlossen ist. Damit sind extreme Nahaufnahmen möglich.

Corona ändert alles

Der Fotokurs, der noch bis Ende April hätte laufen sollen, muss wegen behördlicher Vorgaben leider abgebrochen werden. Wir werden, sobald sich die Dinge beruhigt haben, einen Terminvorschlag an die Kursteilnehmer schicken, um die noch ausstehenden Themen zu behandeln. Das wird vermutlich erst nach der Sommerpause geschehen.

Auch die Treffen der Fotogruppe für den Standort Heide sind vorerst ausgesetzt. Die Teilnehmer der Fotogruppe werden über den Newsletter informiert, wann es weitergehen kann. Wir wünschen allen Lesern, dass sie gesund bleiben und weiterhin schöne Fotos machen können.

Motivklingel gesucht?

Friedrichskoog Spitze – wahrsten Wortsinn! (Canon 5D Mark IV, EF24-70mm, 1/800 sek, f/4.0, ISO 100)

Aktuelle Digitalkameras haben eine Menge Funktionen und der Anfänger fühlt sich schnell überfordert. Daher gereift er am liebsten zum Automatikmodus. Irgendwann wächst aber der Wunsch nach „Mehr“, man möchte mehr aus seiner Kamera herausholen. Guter Wunsch! Was allerdings bislang noch bei allen Kameras fehlt – egal, ob Handy oder Spiegelreflexkamera – ist die eingebaute „Motivklingel“. Diese Funktion würde sich immer dann melden, wenn ein geeignetes Motiv in Sichtweite kommt!

Spaß beiseite! Allerdings hat dieser Witz eine ernsthafte Seite, denn entscheidend beim Fotografieren sind nicht zuerst die Funktionen an der Kamera, sondern der Blick für geeignete Motive. Das ist die eigentliche Herausforderung. Wie kann man seinen Blick schärfen bzw. überhaupt erst entwickeln? Eine viel übersetzte amerikanische Autorin (E.G. White) schrieb: „Durch Anschauen werden wir verändert.“ Das trifft auch auf die Fotografie zu, heißt: Gute Fotos anschauen, in Ausstellungen gehen, Zeitungsfotos bewusst anschauen und wenn es nur die Fotos in der Illustrierten beim Zahnarzt sind. Spricht mich ein Foto besonders an, überlege ich, warum das so ist. Wie hat es der Fotograf / die Fotografin geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erregen? Könnte ich das mit meinen Fotos auch hinkriegen?

Und natürlich ist auch die Fotogruppe, die sich einmal im Monat in der Adventgemeinde in Heide trifft, eine gute Gelegenheit, nicht nur gelungene Fotos zu sehen, sondern auch darüber zu sprechen und eigene Fotos analysiert zu bekommen. Der nächste Termin für die Fotogruppe ist am 18. März 2020, 19:00 Uhr in der Adventgemeinde Heide, Rüsdorfer Str. 19. Jeder darf maximal zwei Fotos auf Stick zur Begutachtung mitbringen. Und sinnvollerweise auch die Kamera, weil wir meist auch ein wenig fotografieren.

Wieso bedeutet eine hohe Blendenzahl eine kleine Blendenöffnung?

Beschriftung auf einem Canon Zoom Objektiv

Eine der Einstellungen, die man an seiner Kamera vornehmen kann, ist die Blende. Das Wort mag daher kommen, dass man das Objektiv gewissermaßen „abblendet“, um den Lichteinfall zu bestimmen, der auf den Sensor trifft. Auf einem Objektiv steht z.B. als Blendenwert 1:2.0. Wenn kein weiterer Wert hingefügt wird wie z.B. bei einem anderen Objektiv, wo steht 1:3.5-6.3, dann weiß man, dass dieses Objektiv eine sog. Festbrennweite hat und mit Blende 2.0 arbeitet. Das andere Objektiv ist ein sog. Zoom-Objektiv, kann also die Brennweite so verändern, dass Gegenstände optisch „herangeholt“ werden. Dieses Objektiv hat je nach Brennweiteneinstellung eine Blende von 3.5 in der Naheinstellung und maximal 6.3 in der Tele-Einstellung. Es gibt höherwertige Zoomobjektive, bei denen sich die meist niedrige Blende nicht verändert, selbst man man die Teleeinstellung wählt.

Nun ist es so, dass bei Blende 2.0 die Lamellen im Objektiv, die das Abblenden bewirken, die größte Öffnung freigeben, während bei Blende 16 nur ein kleines Loch für das Licht gelassen wird. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, erklärt sich aber so:

Stellen wir uns ein Objektiv mit Brennweite 50 mm und Blende 2.8 vor. Die „2.8“ ist in Wahrheit Teil einer mathematischen Divisionsaufgabe, eines Bruches (engl. fraction), der vollständig so dargestellt werden müsste: 50 mm/2.8. Das Ergebnis dieser Divisionsaufgabe wäre 17,86 mm. Das bedeutet, dieses Objektiv hätte bei einer Blende von 2.8 eine Öffnung für das Licht von 17,86 mm. Verändere ich jetzt die Blende zu Blende 16, ergibt sich eine veränderte Aufgabe, nämlich 50 mm/16. Ergebnis Blendenöffnung 3,13 mm. (Oft wird die Blende mit z.B. f/8.0 beschrieben, wobei das „f“ für das englische „fraction“ (Bruch) steht.

Kleine Blendenzahl – große Blendenöffnung, und umgekehrt

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass mit einer kleinen Blendenzahl eine große Blendenöffnung einhergeht und mit einer großen Blendenzahl eine kleine Blendenöffnung. Die Öffnung der Blende beeinflusst, welche Bereiche meines Bildes in der Tiefe scharf werden. Bei Blende 2.0 habe ich nur wenig Schärfe in der Tiefe (heißt Tiefenschärfe, manche sagen auch Schärfentiefe), bei Blende 16 sehr viel. Beides kann sinnvoll sein, je nachdem, was für ein Motiv ich ablichte.

Heute schon geblitzt (3)

Streuscheibe eines Blitzes
Streuscheibe eines Blitzgerätes

Welchen Sinn hat eigentlich „entfesseltes Blitzen“? Entfesseltes Blitzen bedeutet, dass man einen oder mehrere Blitzgeräte von der Kamera entfernt benutzt. Der Sinn kann z.B. darin liegen, dass man einen dunklen Raum wie z.B. eine dunkle Kirche o.ä. in der Tiefe ausleuchten oder bestimmte architektonische Elemente hervorheben möchte. In der Personenfotografie hat das entfesselte Blitzen den Vorteil, dass die Gefahr roter Augen gemildert oder beseitigt wird, weil der Blitz weit genug von der optischen Achse der Kamera entfernt ist und damit keine Reflektionen vom Augenhintergrund hervorruft. Außerdem fällt das Licht angenehmer, wenn eine Person nicht frontal angeblitzt wird. Wenn man dann noch einen oder mehrere Diffusoren einsetzt, können mithilfe von Blitzen sehr ausdrucksstarke Personenfotos entstehen.

Nicht alle eingebauten Blitze in Kameras sind masterfähig, d.h. sind in der Lage, andere sog. Slave-Blitze z.B. durch Infrarot-Impulse auszulösen. Ein Blick ins Handbuch der jeweiligen Kamera klärt die Sache. Ist eine Kamera nicht masterblitzfähig, hat aber einen Blitzschuh, kann sie dadurch zur Mastersteuerung fähig werden, indem man entweder einen Funkauslöser mit entsprechenden Empfängern für die Slaveblitze verwendet oder einen Masterblitz auf die Kamera setzt, der dann entweder per Infrarot oder Funk den/die anderen Blitze ansteuert.

In der Regel ist es besser, mit Blitzen zu arbeiten, die zum jeweiligen Kamerasystem passen. Blitze von Drittherstellern sind häufig günstiger in der Anschaffung. Allerdings gibt es mitunter Kompatibilitätsprobleme.

Aussage per Ausschnitt

Wenn man Erinnerungsfotos schießt, dann möchte man meist eine ganze Szene auf dem Bild haben. Man war dort, hat etwas erlebt und in der Erinnerung werden einzelne Elemente des Fotos lebendig. Für eine starke Aussage ist jedoch ein „Wimmelbild“ nicht unbedingt das Mittel der Wahl, sondern dann ist es oft besser, sich auf ein Element oder gar nur ein Teil davon zu beschränken. Heranzoomen schon bei der Aufnahme oder in der Nachbearbeitung per Ausschnittswahl gibt einem Foto Aussagekraft, siehe dieses Beispiel.

Nächster Treff für die Fotogruppe 2020

Der nächste Treff für die offene Fotogruppe findet am 22. Januar 2020 statt, wie immer in den Räumlichkeiten der Adventgemeinde Heide, Rüsdorfer Straße 19, Beginn 19:00 Uhr. Wer möchte, kann zwei Fotos seiner Wahl, die nicht älter als acht Wochen sein dürfen, zu Auswertung mitbringen. Eins davon sollte sich wegen der runden Jahreszahl 2020 mit dem Thema „rund“ beschäftigen. Das ist doch mal eine Aufgabe! 🙂 Neueinsteiger sind willkommen.

Aller Voraussicht nach wird am 29. Januar auch ein neuer Fotokurs starten.

Heute schon geblitzt? (2)

Blitzen bei hellem Sonnenlicht? Welchen Sinn soll das haben?

Die Antwort ist einfach: Man kann mit einem Aufhellblitz einen Gegenstand oder eine Person auch im vollen Gegenlicht sichtbar machen bzw. ausleuchten. Der Vorteil bei Personenfotos: Sie müssen nicht gegen die Sonne blinzeln. Daher kann man, wenn es denn einmal nötig sein sollte, auch zu ungünstigen Tageszeiten wie um die Mittagszeit immer noch Personenfotos machen, ohne dass alle mit verkniffenen Augen in Richtung Kamera schauen, weil sie zugleich in Richtung Sonne blicken müssen. Wie das Blinzeln vermeiden? Man stellt die Menschen so, dass sie die Sonne im Rücken haben! Aber: Ohne Blitz wären die Gesichter im Schatten. Kleines Indoor-Beispiel:

Das erste Foto ist ohne Blitz aufgenommen, aber mit einer kräftigen LED-Leuchte als Sonnenersatz hinterleuchtet. Wenn die Pomelo eine Person wäre, könnte man das Gesicht nicht gut erkennen. Das Licht hinter der Frucht macht die Konturen erkennbar, mehr aber nicht. Das wäre mit einer Situation vergleichbar, wo jemand im völligen Gegenlicht steht, d.h. die Sonne hinter sich hat.

Pomelo im Gegenlicht
Canon EOS M 50, 1/160 sek, f 4.5, ISO 100, ohne Blitz

Das erste Foto ist ohne Blitz aufgenommen, aber mit einer kräftigen LED-Leuchte hinterleuchtet. Wenn die Pomelo eine Person wäre, könnte man das Gesicht nicht gut erkennen. Das Licht hinter der Frucht macht die Konturen erkennbar, mehr aber nicht. Das wäre mit einer Situation vergleichbar, wo jemand im völligen Gegenlicht steht, d.h. die Sonne hinter sich hat.

Pomelo mit Gesicht aufgemalt
Canon EOS M 50, 1/160 sek, f 4.5, ISO 100, mit Einbaublitz auf E-TTL, gedämpft auf -1 2/3

Für das zweite Foto wurde der Einbaublitz der kleinen EOS M 50 hinzugeschaltet, allerdings die Leuchtstärke des Blitzes auf 1 2/3 abgesenkt. Dadurch ist jetzt das „Gesicht“ gut zu erkennen und man hat außerdem durch die Hinterleuchtung auch noch Tiefe im Bild gewonnen.

Heute schon geblitzt? (1)

Die Überschrift habe ich vom Titel des gleichnamigen Buches von Dirk Wächter entliehen, das wertvolle Hinweise zum praktischen Umgang mit dem Blitz enthält. Im Alltag kommt man mit E-TTL (evaluation through the lens), d.h. der Blitzautomatik, im Grunde gut zurecht. Vorbei sind die Zeiten, wo man noch mit Leitzahl und Blende den Abstand berechnen musste, in dem der Blitz optimal wirkt. Der Digitalisierung sei Dank.

Dennoch passiert es, dass man beim Blitzen mit Automatik das Motiv „totblitzt“, d.h. die Stimmung entfernt, weil Kamera und Blitz rein rechnerisch vorgehen und einfach nur dafür sorgen, dass es ein gut ausgeleuchtetes Bild gibt. Was aber, wenn man eine Stimmung bewahren will?

Die beiden angefügten Bilder sind mit der kleinen Canon EOS M50 und deren eingebautem Blitz gemacht. Beide sind quasi unbearbeitet belassen, so wie sie aus der Kamera kommen. Lediglich beim Export vom komprimierten RAW (CR3) ins jpg-Format wurde minimal geschärft. Unschwer erkennt man beim ersten Foto (1), dass zwar „alles drauf“ und gut zu sehen ist, aber Stimmung hat das Bild nicht. Dabei wird das Aquarium mit der kleinen Muschelsammlung genauso mit einer LED-Lampe hinterleuchtet wie das zweite Foto. Das zweite Foto (2) wirkt im Vergleich zum ersten zwar dunkel, hat aber den Charme, dass man die Hinterleuchtung ahnt (siehe den Leuchtrahmen durch die Glaswand des Aquariums) und auch zwei Muscheln durchleuchtet sind, was bei Foto 1 völlig weggeblitzt ist.

Auch bei einer so kleinen Kamera wie der M50 gibt es im Blitzmenü Einstellungen, die erlauben, den Vollautomatikmodus zu verlassen und z.B. die Blitzstärke und Belichtungszeit anzupassen. Man könnte besonders bei Foto 2 in der Nachbearbeitung noch einiges erreichen, aber in diesem Fall ging es nur im Demonstration des Unterschiedes zwischen Automatikblitz und manuellen Einstellungen. Dieser Vergleich soll die Automatik nicht schlechtmachen, denn sie ist enorm hilfreich bei Situationen, in denen man entweder keine Zeit zum Einstellen hat oder die Lichtverhältnisse weniger kritisch sind wie bei dieser stimmungsvollen Hinterleuchtungs-Situation. Also: Heute schon geblitzt?

Bild 1: Canon EOS M50, 1/200 sek., f 8.0, ISO 100, Blitzautomatik
Bild 2: Canon EOS M50, 1/30 sek., f 8, ISO 100, Blitzkorrektur minus- 1 2/3

Jahreszeiten

Parkbank im Herbst

Man kann es sich nicht aussuchen – die Jahreszeiten kommen und gehen. Was bedeutet das für Menschen, die gern fotografieren? Auf keinen Fall heißt es, die Kamera wegzupacken, wenn trübe Tage kommen. Jetzt ist gerade Herbst. Es gibt wenig Sonne, die Tage sind kurz, die Natur scheint auf dem Rückzug.

Dabei sind es gerade die trüben Tage, die Farben aufleuchten lassen, man mag es nicht glauben! Außerdem sorgt der bedeckte Himmel für wunderschön diffuses Licht. Es gibt keine harten Schatten, denen man ausweichen müsste. Jetzt ist Zeit für Stimmungsbilder. Das Laub, der Nebel, die Reste von Blüten, glitzernde Regentropfen… Herbstzeit – Fotozeit. Auf geht’s!