Aus Alt mach Neu

Kann eine alte Kamera in Digitalzeiten noch nützlich sein?

Sie hat so gute Dienste getan, damals, als Dias noch modern waren. Und heute? Was macht man mit solch einer Kamera, wenn man nicht mehr mit Film fotografiert? Außer einem Ehrenplatz in der Vitrine (oder im Keller) kann sie zumindest mit ihrem Objektiv punkten. Denn wer Freude an manueller Fotografie hat und zudem Geld sparen will, kommt mit solch einem Objektiv sehr weit (man kann solche Objektive aus analogen Zeiten auch sehr günstig gebraucht kaufen).

Mit Blende 1.8 wie bei dem gezeigten Objektiv spielt man in der vorderen Liga. Was fehlt? Der Autofokus und die automatische Blendeneinstellung.

Mit dem passenden Adapter – hier M42 auf Canon EOS – wird ein altes, gutes Objektiv wieder zum Leben erweckt.

Solch ein Objektiv bringt nicht nur finanzielle Vorteile, sondern wegen der fehlenden Autofokus-, Blendenautomatik- und ggf. Bildstabilisierungstechnik auch eine Menge Gewichtsersparnis. Man sieht es schon an folgendem Vergleich:

Links ein altes Pentacon auto 1.8 / 50 mm mit aufgeschraubtem Adapter (unten), rechts ein aktuelles Canon EF 1.8 / 85 mm

Und auch an der Kamera sieht man den Unterschied deutlich, wobei der Vergleich mit dem Canon EF 24-70 4.0 IS nicht ganz fair ist, aber dennoch beeindruckend, wie auf den beiden nachstehenden Fotos zu sehen.

Wo bekommt man Adapter her? Das Internet zeigt eine Fülle von Anbietern. Als verlässlicher und praxiserfahrener Anbieter hat sich aus meiner Sicht traumflieger.de herauskristallisiert.

Corona ändert alles

Der Fotokurs, der noch bis Ende April hätte laufen sollen, muss wegen behördlicher Vorgaben leider abgebrochen werden. Wir werden, sobald sich die Dinge beruhigt haben, einen Terminvorschlag an die Kursteilnehmer schicken, um die noch ausstehenden Themen zu behandeln. Das wird vermutlich erst nach der Sommerpause geschehen.

Auch die Treffen der Fotogruppe für den Standort Heide sind vorerst ausgesetzt. Die Teilnehmer der Fotogruppe werden über den Newsletter informiert, wann es weitergehen kann. Wir wünschen allen Lesern, dass sie gesund bleiben und weiterhin schöne Fotos machen können.

Wieso bedeutet eine hohe Blendenzahl eine kleine Blendenöffnung?

Beschriftung auf einem Canon Zoom Objektiv

Eine der Einstellungen, die man an seiner Kamera vornehmen kann, ist die Blende. Das Wort mag daher kommen, dass man das Objektiv gewissermaßen „abblendet“, um den Lichteinfall zu bestimmen, der auf den Sensor trifft. Auf einem Objektiv steht z.B. als Blendenwert 1:2.0. Wenn kein weiterer Wert hingefügt wird wie z.B. bei einem anderen Objektiv, wo steht 1:3.5-6.3, dann weiß man, dass dieses Objektiv eine sog. Festbrennweite hat und mit Blende 2.0 arbeitet. Das andere Objektiv ist ein sog. Zoom-Objektiv, kann also die Brennweite so verändern, dass Gegenstände optisch „herangeholt“ werden. Dieses Objektiv hat je nach Brennweiteneinstellung eine Blende von 3.5 in der Naheinstellung und maximal 6.3 in der Tele-Einstellung. Es gibt höherwertige Zoomobjektive, bei denen sich die meist niedrige Blende nicht verändert, selbst man man die Teleeinstellung wählt.

Nun ist es so, dass bei Blende 2.0 die Lamellen im Objektiv, die das Abblenden bewirken, die größte Öffnung freigeben, während bei Blende 16 nur ein kleines Loch für das Licht gelassen wird. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, erklärt sich aber so:

Stellen wir uns ein Objektiv mit Brennweite 50 mm und Blende 2.8 vor. Die „2.8“ ist in Wahrheit Teil einer mathematischen Divisionsaufgabe, eines Bruches (engl. fraction), der vollständig so dargestellt werden müsste: 50 mm/2.8. Das Ergebnis dieser Divisionsaufgabe wäre 17,86 mm. Das bedeutet, dieses Objektiv hätte bei einer Blende von 2.8 eine Öffnung für das Licht von 17,86 mm. Verändere ich jetzt die Blende zu Blende 16, ergibt sich eine veränderte Aufgabe, nämlich 50 mm/16. Ergebnis Blendenöffnung 3,13 mm. (Oft wird die Blende mit z.B. f/8.0 beschrieben, wobei das „f“ für das englische „fraction“ (Bruch) steht.

Kleine Blendenzahl – große Blendenöffnung, und umgekehrt

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass mit einer kleinen Blendenzahl eine große Blendenöffnung einhergeht und mit einer großen Blendenzahl eine kleine Blendenöffnung. Die Öffnung der Blende beeinflusst, welche Bereiche meines Bildes in der Tiefe scharf werden. Bei Blende 2.0 habe ich nur wenig Schärfe in der Tiefe (heißt Tiefenschärfe, manche sagen auch Schärfentiefe), bei Blende 16 sehr viel. Beides kann sinnvoll sein, je nachdem, was für ein Motiv ich ablichte.

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Ab sofort können Interessenten sich für den Newsletter auf dieser Seite anmelden, der monatlich Beiträge zum Fotografieren und Filmen bringt sowie Informationen, die die Fotogruppe erreichen sollen, die sich ab September 2019 in der Rüsdorfer Straße 19 in den Räumen der dortigen Adventgemeinde zum Erfahrungsaustausch und Fachsimpeln trifft.

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