Schärfentiefe – ja und nein

Episyrphus balteatus – Gemeine Winter-Schwebfliege | Typisches Problem bei Makros: Was soll scharf sein? | Foto: Matthias Müller)

Im Allgemeinen ist es bei Fotos wünschenswert, dass das Hauptobjekt auf dem Foto scharf dargestellt wird und der Rest in einer weichen Unschärfe versinkt. Dieser Effekt wird gern als „Bokeh“ bezeichnet und wird mit der richtigen Wahl der Blende begünstigt. Das trifft insbesondere auf Porträts zu. Hier liegt besonderes Augenmerk auf – genau – den Augen. Denn wir Menschen nehmen Kontakt über die Augen auf und die sollten daher bei einem Porträt nicht unscharf sein. Kamerahersteller haben darauf reagiert und seit einiger Zeit zunächst mit automatischer Gesichts- und später mit Augenerkennung, zuletzt sogar bei Tieren (Sony), technische Voraussetzungen dafür geschaffen, dass bei Menschen- bzw. Tierfotos die Augen möglichst scharf abgebildet werden. Wo dieses „feature“ nicht gleich von Anfang dabei war, haben es die Hersteller – jüngst auch Canon – für die neueren Modelle per Firmware-Update nachgeliefert. Insofern ist es sinnvoll, seine Kamerafirmware nach Möglichkeit up-to-date zu halten. Firmware ist die grundlegende Software, die die Kamera steuert und gleich von Hause aus von der „Firma“ mitgeliefert wird.

Allerdings ist dieser Bokeh-Effekt bei einer anderen Sorte von Fotos eher unerwünscht. Aber gerade da tritt er – physikalisch bedingt – geradezu automatisch auf: bei der Makrofotografie. Hier möchte man die meist kleinen Objekte möglichst in knackiger Schärfe ganz abbilden und nicht nur den vorderen Teil. Um das zu schaffen, gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln. Kameraseitig wäre ein einstellbares „Fokus-Stacking“ hilfreich, was aber nicht viele Kameras mitbringen. Hier macht die Kameras – ähnlich wie bei HDR-Aufnahmen – automatisch mehrere Fotos, wo jedoch nicht die Belichtung wie bei HDR, sondern die Schärfe in kleinen Schritten verschoben wird. Anschließend werden diese Fotos mit entsprechender Software miteinander verrechnet, so dass eine große Schärfentiefe-Wirkung erzielt werden kann. Der gleiche Effekt, nur etwas mühsamer, weil manuelle, kann auch mithilfe von fein justierbaren Schiebeschienen erreicht werden. Über all dies und weitere Hilfsmittel geht es am nächsten Abend in der offenen Fotogruppe. Neue Teilnehmer sind willkommen! Die Teilnahme ist kostenlos. (Räumlichkeiten der Adventgemeinde Heide, Rüsdorfer Str. 19, Mittwoch, 16. Oktober, 19:00 Uhr)