Corona ändert alles

Der Fotokurs, der noch bis Ende April hätte laufen sollen, muss wegen behördlicher Vorgaben leider abgebrochen werden. Wir werden, sobald sich die Dinge beruhigt haben, einen Terminvorschlag an die Kursteilnehmer schicken, um die noch ausstehenden Themen zu behandeln. Das wird vermutlich erst nach der Sommerpause geschehen.

Auch die Treffen der Fotogruppe für den Standort Heide sind vorerst ausgesetzt. Die Teilnehmer der Fotogruppe werden über den Newsletter informiert, wann es weitergehen kann. Wir wünschen allen Lesern, dass sie gesund bleiben und weiterhin schöne Fotos machen können.

Schaf gerettet – Foto verpasst

Heute habe ich zum ersten Mal ein Schaf gerettet! Während einer kurzen Rast bei der nachmittäglichen Radtour sahen wir ein Schaf, das sich auf der nassen Wiese auf dem Rücken wälzte und hielten es für einen Ausdruck des Wohlbefindens. Eine Autofahrerin hielt und fragte mich, ob ich es mir zutrauen würde, das Schaf zu drehen, weil es sonst sterben könnte. Ich war perplex und verneinte. Sie wollte dann die zuständige Schäferin anrufen. Ich habe es dann so gemacht wie es Jesus in einer seiner Geschichten im Neuen Testament erzählt – erst nein gesagt, dann doch gemacht: Bin also über den schlammigen Acker gestiefelt zu dem verzweifelt strampelnden Schaf, hab es gepackt und auf die Seite gedreht. Mit ein bisschen weiterer Hilfe reichte das. Es sprang wieder auf die Füße und rannte ein paar Meter weg. Wir haben es noch eine Weile beobachtet. Es blökte nahezu unaufhörlich – und siehe da: Schließlich kam aus einiger Entfernung ein kleines Lamm angerannt und suchte das Euter. Also: Mutter und Kind wohlauf! – Die Geschichte sollte allen Mut machen, die so ahnungslos wie ich ein hilflos strampelndes Schaf sehen. Hingehen, umdrehen. Du rettest Leben, denn – so habe ich inzwischen gelernt – ein von nasser Wolle schweres Schaf kann von seinem eigenen Gewicht erdrückt werden. (Das Foto ist ein Schnappschuss von jener Wiese, nicht von dem beschriebenen Schaf, sondern einem anderen Muttertier dort. Das Foto, das ich eigentlich machen wollte, hatte ich durch eigene „Dummheit“ verpasst, weil ich vergessen hatte, die Kamera von „Selbstauslöser“ wieder auf „Normal“ zu stellen. Man lernt aus Fehlern, manchmal auch aus welchen, die man wiederholt macht :-()

Motivklingel gesucht?

Friedrichskoog Spitze – wahrsten Wortsinn! (Canon 5D Mark IV, EF24-70mm, 1/800 sek, f/4.0, ISO 100)

Aktuelle Digitalkameras haben eine Menge Funktionen und der Anfänger fühlt sich schnell überfordert. Daher gereift er am liebsten zum Automatikmodus. Irgendwann wächst aber der Wunsch nach „Mehr“, man möchte mehr aus seiner Kamera herausholen. Guter Wunsch! Was allerdings bislang noch bei allen Kameras fehlt – egal, ob Handy oder Spiegelreflexkamera – ist die eingebaute „Motivklingel“. Diese Funktion würde sich immer dann melden, wenn ein geeignetes Motiv in Sichtweite kommt!

Spaß beiseite! Allerdings hat dieser Witz eine ernsthafte Seite, denn entscheidend beim Fotografieren sind nicht zuerst die Funktionen an der Kamera, sondern der Blick für geeignete Motive. Das ist die eigentliche Herausforderung. Wie kann man seinen Blick schärfen bzw. überhaupt erst entwickeln? Eine viel übersetzte amerikanische Autorin (E.G. White) schrieb: „Durch Anschauen werden wir verändert.“ Das trifft auch auf die Fotografie zu, heißt: Gute Fotos anschauen, in Ausstellungen gehen, Zeitungsfotos bewusst anschauen und wenn es nur die Fotos in der Illustrierten beim Zahnarzt sind. Spricht mich ein Foto besonders an, überlege ich, warum das so ist. Wie hat es der Fotograf / die Fotografin geschafft, meine Aufmerksamkeit zu erregen? Könnte ich das mit meinen Fotos auch hinkriegen?

Und natürlich ist auch die Fotogruppe, die sich einmal im Monat in der Adventgemeinde in Heide trifft, eine gute Gelegenheit, nicht nur gelungene Fotos zu sehen, sondern auch darüber zu sprechen und eigene Fotos analysiert zu bekommen. Der nächste Termin für die Fotogruppe ist am 18. März 2020, 19:00 Uhr in der Adventgemeinde Heide, Rüsdorfer Str. 19. Jeder darf maximal zwei Fotos auf Stick zur Begutachtung mitbringen. Und sinnvollerweise auch die Kamera, weil wir meist auch ein wenig fotografieren.