Pionier für digitale Fotos gestorben

Der Informatiker Russell Kirsch, Erfinder des Pixels , verstarb am 11. August im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Portland, Oregon, USA. (Aus rechtlichen Gründen kann ich leider kein Foto von ihm zeigen.)

Kirsch, jüdischer Abstammung und Sohn von Einwanderern aus Russland und Ungarn, wurde 1929 in Manhattan, New York City, geboren. Dort in New York City machte er 1946 seinen Abschluss an der Bronx High School of Science, bevor er 1950 an die New York University ging, dann an die Harvard University 1952 und das Massachusetts Institute of Technology (MIT).

1951, noch während seiner Schulzeit, trat Kirsch dem National Bureau of Standards bei. Mit der Hilfe eines Trommel-Scanners gelang es ihm mit seinem Team, zum ersten Mal ein (analoges) Foto digital mit Hilfe von eben jenen „Pixeln“ umzuwandeln. Mit dieser Erfindung legte Kirsch und sein Team den Grundstein für die Bildverarbeitung und die Erkennung von Bildmustern. Kirschs Erfindung half der NASA auch bei ihren frühesten Weltraumforschungen, einschließlich der Apollo-Mondlandungen. Ohne diese Erfindung hätten wir heute wahrscheinlich keine Digitalkameras.

Verpixeltes Bild eines Schmetterlings, das andeutet, wie es Russell Kirsch gelang, ein analoges Foto in ein digital verwertbares Bild umzuwandeln, anfangs noch schwarz-weiß bzw. nur in Graustufen.

Wer mehr über Kirschs Forschungen und seinen Versuch, von den quadratischen Pixeln wegzukommen, erfahren will, braucht nur nach ihm zu googeln.

Fotos, die ich nicht (mehr) machen würde

Blumenwiese mit Fahrradlenker

Ja, es gelingt nicht immer alles. Man hat es sich schön vorgestellt oder der Moment schien günstig – und das Ergebnis enttäuscht. Warum? Weil manche Dinge eben nicht gehen. So habe ich vor einiger Zeit aufgehört, Fotos von Familienmitgliedern während des Essen zu machen. So schön die Atmosphäre oder die Stimmung bei der Feier ist – sie ist spätestens dann vorbei, wenn man die Fotos sieht. Es ist nun mal so, dass wir beim Essen den Mund verziehen, volle Backen haben, gedanklich bei der Gräte sind, die wir mit der Zunge gerade vom „Fischfilet“ trennen müssen. Dabei entstehen oft nicht sehr schmeichelhafte Fotos. Wer will die dann noch sehen? Also mache ich sie gar nicht erst.

Ich hatte die Blumenwiese am Straßenrand während der Autofahrt nach Hause gesehen. „Tolles Motiv!“, dachte ich. Also bei nächster Gelegenheit mit Kamera und Stativ aufs Fahrrad geschwungen, die paar Kilometer hingeradelt – und mit enttäuschenden Fotos nach Hause gekommen. Warum? Ich hatte mir einen ausgesprochen windigen Tag ausgesucht. Die Blumen waren zwar alle noch da in ihrer Pracht, aber der Wind wehte sie hin und her (meistens nur hin). Auch eine kurze Belichtungszeit half nicht, den konzeptionellen Fehler zu berichtigen: Im Wind entfalten die Blumen ihre schönen Blütenblätter nicht, sondern versuchen sie vor der bewegten Luft zu schützen, indem sie sie so eng zusammenlegen wie möglich. Ja, ich weiß, es ist einfach nur Physik. Dennoch – die erwartete Farbenpracht war auf einen windigen Rest zusammengeschrumpft. Beim nächsten Mal weiß ich: Blumenwiese bei Wind lohnt sich nicht, wenn man das Bild im Kopf hat, das mich zur Radfahrt motiviert hatte.

Damit habe ich ein weiteres Motiv in meiner „Mach-ich-nicht-mehr“-Sammlung. Dennoch habe ich mehr als das gelernt bzw. wieder bestätigt bekommen: Man lernt nur, wenn man etwas tut. Wäre ich zu Hause geblieben und hätte den Versuch mit der Wiese nicht gemacht, wüsste ich jetzt nicht aus erster Hand, wie ein solcher Versuch ausgeht. Und schon das war die kleine Foto-Rad-Tour wert.