Bildkomposition intuitiv

Für die Bildkomposition gibt es verschiedene Regeln, z.B. die sog. Drittel-Regel oder die Vermeidung falscher Tangenten usw. Aber mit der Kamera in der Hand und dem Finger auf dem Auslöser geht sicher kaum jemand alle möglichen Regeln durch, bevor er oder sie das Foto schießt. Die Gefahr wäre auch, dass, wenn alle immer alle Regeln befolgen würden, schlussendlich alle Bilder gleich aussähen.

Vielmehr ist es zwar gut, die Regeln irgendwo im Hinterkopf zu haben, aber dennoch intuitiv zu fotografieren. Dazu gehört zunächst, dass man sich nicht ausschließlich von dem Element bestimmen lässt, das einen zuerst angezogen hat, um das Foto zu machen, sondern alles einzubeziehen, was man sieht. Als Nächstes wäre zu empfehlen, die Augen einmal zusammenzukneifen, also zu blinzeln. Was sticht jetzt noch an Elementen hervor, was drängt sich im Blickfeld auf? Diese Dinge werden auch auf dem Foto zu sehen sein und vielleicht sogar mit meinem Hauptelement konkurrieren. Müsste ich daher meine Komposition anpassen, z.B. den Ausschnitt anders wählen, näher herangehen, den Betrachtungswinkel ändern?

Der Blinzel-Effekt kann zumindest bei ruhenden Motiven hilfreich sein. Wenn es um schnelle Bewegungen geht, sieht die Sache vielleicht schon wieder anders aus. Und manchmal kann man auch im Nachgang durch Beschneiden des Fotos Dinge korrigieren, die man am Anfang übersehen hat, oder wie im Foto unten, es die Brennweite nicht zuließ, dichter heranzukommen.

Canon R5, 1/20 sek., f/32, 200 mm, ISO 100 (Bildausschnitt)