Nicht immer stillhalten

Üblicherweise hält man seine Kamera während des Fotografierens still. Manchmal sogar so still, dass man sie nicht nur auf ein Stativ setzt, sondern zusätzlich noch die 2-Sekunden-Spiegelvorauslösung einschaltet oder einen Fernauslöser per Draht oder App benutzt, um selbst die geringste Erschütterung zu vermeiden, die das Schärfeergebnis trüben könnte.

Es geht aber auch andersherum: Die Kamera während des Fotografierens bewusst bewegen! Im nachfolgenden Beispiel wurde nicht die Kamera insgesamt, sondern nur das Zoom-Objektiv bewegt. Allerdings wird mir der Abend in New York, an dem ich die beiden Fotos gemacht habe, immer in schmerzlicher Erinnerung bleiben. Am Zielort angekommen, musste ich feststellen, dass ich aus unerfindlichen Gründen zwar das Stativ und die Kamera mitgenommen hatte, aber die Stativplatte im Quartier liegengeblieben war. Nie wieder passiert mir das! Der Weg zurück war zu weit, also musste ich irgendwie improvisieren. Darum sind die Fotos nicht das, was sie sein könnten, reichen aber als Demo für diesen Zweck aus.

Es kommt bei solch einem „explosiven“ Foto darauf an, die geeignete Belichtungszeit mit einer raschen Drehbewegung am Zoom-Objektiv zu kombinieren. Für solche Fotos eignen sich stillstehende Objekte logischerweise am besten. Beide Fotos wurden mit denselben Einstellungen vorgenommen: Canon 7D, 0,5 sek, f/5.6, ISO 1600, EF-S 17-55, 2.8, IS USM

Bildgestaltung: Linien und Kurven (Lines and Curves)

Brooklynbridge
Blick von der Brooklyn-Bridge zur Manhattan-Bridge

Ein weiteres Element, das Bilder gestalten hilft, sind Linien und ihre „Abkömmlinge“, die Kurven . Im Beispiel oben sind es die Verspannungen an der Brooklyn-Bridge und das Tragegerüst für die Autostraße, die unter dem Fußgängerweg über das Wasser führt. In diesem Beispiel sind es einfach übereinandergelegte Linien, die den Blick auf sich ziehen.

Hier sprechen die Linien als Designelement des Tunnels eine deutliche Sprache und weisen dem Betrachter den Weg für seinen Blick.

Brooklyn-Bridge

In diesem Foto sind Linien und Kurven kombiniert und leiten den Blick des Betrachters. Wenn man also mit der Kamera unterwegs ist, lohnt immer auch, das Augenmerk auf vorhandene Linien und Bögen zu legen, weil sie von sich aus dem Bild ganz natürlich Struktur geben. Mit einem kleinen Schritt nach links wäre auch noch Symmetrie bei diesem Bild gelungen.