Durch Bildausschnitt betonen

Manchmal kann man durch die Wahl eines Bildausschnitts in der Nachbearbeitung eine Bildaussage hervorheben, die sonst nicht so stark hervortreten würde. Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

Im vorliegenden Beispiel ist das Foto, wie es aus der Kamera kommt, einfach ein schönes Beispiel für Perspektive und farbliche Kontraste in einer beginnenden Herbststimmung. Der Gegensatz zwischen den aufkommenden Herbstfarben der Natur und der stählernen Geradlinigkeit der Brücke tritt deutlich zutage.

Grünenthal-Brücke im Herbst. Foto: Matthias Müller, Canon EOS R5, 1/125 sek., f/11, ISO 100, 50mm F1.8 STM

Der Bildausschnitt hingegen nimmt die perspektivische Linien der Brücke stärker in den Fokus und verschiebt damit die Aussage des Bildes zugunsten der kraftvollen menschlichen Konstruktion. Die Bäume mit den Farben der Natur sind nur noch Beiwerk.

Grünenthal-Brücke (Ausschnitt). Foto: Matthias Müller, Canon EOS R5, 1/125 sek., f/11, ISO 100, 50mm F1.8 STM

Jahreszeiten: Der Herbst

Jede Jahreszeit hat ihre eigene Schönheit, so auch der Herbst. Hier sind einige Tipps, auf die man bei Herbstfotos achten könnte.

  1. Farben – das ist logisch, nicht wahr? Der Herbst wartet mit besonders satten Farben auf, die in der Sonne leuchten können oder besonders intensiv werden. Nutzen wir das satte Farbenspiel.
  2. Raum lassen – das ist zwar gerade bei dem Foto oben anders gelöst, kann aber den Charme eines Herbstfotos definitiv erhöhen. Ein einzelnes Blatt gegen den blauen Himmel sagt mehr aus als ein ganzer Ast voller Blätter.
  3. Mal ohne Bäume – es müssen nicht immer Bäume sein. Es kann auch eine blätterübersäte Wiese sein, der Morgennebel, von einem Zaun durchbrochen…
  4. Details – so wie oben die Blattadern, ein sonnendurchleuchtetes Blatt, das auf der Wiese steht, ein Pilz von unten (wie gut, wenn man ein Klappdisplay hat, so dass man nicht auf dem Bauch liegen muss)
  5. Lichtfarbe beachten – gilt im Herbst vielleicht noch mehr als zu anderen Jahreszeiten. Der warme Ton eines Spätnachmittags ist etwas völlig anderes als ein kühler Morgenhauch über der Pferdekoppel.
  6. Gegenlicht – da die Sonne in dieser Jahreszeit eher tief steht, haben wir es besonders viel mit Gegenlichtsituationen zu tun. Die sind reizvoll, führen aber den kamerainternen Belichtungsmesser leicht in die Irre, darum die Belichtungskorrektur gern ein bis zwei Werte höher stellen
  7. Polfilter – da der Herbst auch eine feuchte Jahreszeit ist, bilden sich oft auf Blättern und anderen Flächen Reflektionen, die ein ansonsten schönes Foto ruinieren können. Ein Polfilter schafft Abhilfe, weil er Reflektionen beseitigt, wenn man ihn in die richtige Position dreht.
  8. Üben – ja, es braucht Zeit, um zu einem guten Foto zu kommen. Ein guter Eindruck, den man draußen hatte, muss nicht unbedingt ein gutes Foto ergeben, wenn man es zu Hause in der Bildbearbeitung anschaut. Darum die Empfehlung: Immer wieder mit der Kamera losziehen und verschiedenen Einstellungen ausprobieren, sowohl, was die Bildkomposition, das Licht und die technischen Einstellungen an der Kamera angeht.

Der Herbst ist ein farbenfrohes Geschenk des Schöpfers – genießen wir es!