Bildgestaltung: Rahmen füllen

Wenn der Bildbetrachter mit zu vielen Details auf einem Foto zu kämpfen hat, wird keine klare Aussage übermittelt – es sei denn, es ist Absicht wie bei einem Wimmelbild, wo gezielt eine Masse von Informationen einbezogen wird, um die Fülle zu demonstrieren oder Freude am Suchen auszulösen.

Eine Möglichkeit für eine klare Bildaussage ist, den Bildrahmen mit dem Motiv vollständig zu füllen. Dafür muss man entweder nah herangehen oder eine lange Brennweite nutzen (siehe Beispiel unten). Auch wenn Randbereiche des Motivs interessant wären – man muss sich auf einen Kern beschränken. Gerade das macht die Stärke dieser Art Bildgestaltung aus. Und wenn es einem nicht schon beim Fotografieren in den Sinn gekommen ist, dann kann man in der Nachbearbeitung mit der Auswahl eines Bildausschnittes doch noch zum Ziel kommen, vorausgesetzt, die Schärfe stimmt und die Auflösung ist hoch genug.

Freilaufender Hahn Nähe Kronenloch Meldorf | Canon EOS R5, 1/500 sek, f/11, 800mm, ISO 640, Bildausschnitt (Foto: mm)

Bildgestaltung: Rahmen (Framing)

Wie soll man ein Motiv, das einem ins Auge fällt, darstellen? Es gibt viele Möglichkeiten zur Bildgestaltung.

Eine Frage, die man sich als Fotograf immer wieder stellt, ist: Wie soll ich das Motiv abbilden? Vieles macht man automatisch, einfach aus dem Gefühl für Raumaufteilung, Schönheit, Symmetrie usw. Manchmal muss man eine bewusste Entscheidung treffen oder zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Eine Herangehensweise ist zum Beispiel das sogenannte „Framing“, die Rahmenbildung. Wie auf diesem Foto zu sehen bot sich der Rahmen fast von selbst, als ich vom Fahrrad stieg und die Windmühle „Anna“ in Süderhastedt (Schleswig-Holstein) sah. Die Bäume am Straßenrand drängten einem fast den „Durchblick“ im wahrsten Sinn des Wortes auf.

Rahmen können auch durch Gebäude gebildet werden, durch Fenster, Türen… Auch ein Schlüsselloch kann einen Rahmen bilden, Fahrzeuge, Räder, Bücher im Regal und vieles andere mehr. Es lohnt sich, einmal direkt auf Motivsuche unter der Generalüberschrift „Rahmen“ zu gehen.